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Denis de Rougemont, die Zukunft ist unsere Sprache

Production : association Penser avec les mains (Neuchâtel) / 2006.

Conception : Roger Favre

Scénographie : Jean-Pierre Zaugg

Renseignements // tél : 03 88 25 28 00 // courriel : contact@bnu.fr

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Denis de Rougemont, die Zukunft ist unsere Sprache

4/6/2007 - 6/7/2007

Die Ausstellung Die Zukunft ist unsere Sache, die vom 4. Juni bis 6. Juli 2007 in der BNU zu sehen ist und vom Verein Penser avec les mains (Mit den Händen denken) organisiert wird, widmet sich dem Leben und Werk des Schweizer Schriftstellers und Essayisten Denis de Rougemont (1906-1985).

Obschon der Schriftsteller und Essayist Denis de Rougemont zu den großen intellektuellen Figuren des 20.Jahrhunderts, besonders der dreißiger bis siebziger Jahre, zählt, ist er auch heute noch wenig bekannt. Als Pazifist und Gegner des Liberalismus prangerte er die verheerenden Folgen der „totalen Technologisierung“ an und vertrat Thesen zum Umweltschutz, die seiner Zeit weit voraus waren. Er erhob die Stimme gegen das militärisch-industrielle System, das seiner Meinung nach die Grundlagen der Zivilgesellschaft pervertiere, um diese zu mechanisieren und so besser beherrschbar zu machen.

Er leitete das Centre européen de la culture (Europäisches Kulturzentrum) und legte 1950 den Grundstein einer Organisation, welche die europäischen Kernforscher vereinigen sollte, das CERN.

Denis de Rougemont prägte sein Jahrhundert durch die Kraft seines Nachdenkens über die westliche Zivilisation und durch seinen Einsatz für ein vereinigtes Europa. Geradezu visionär war seine Idee eines Europas der Regionen, das sich an den politischen Strukturen der Schweiz orientieren sollte.

Vom Personalismus zum Föderalismus: Mit seinem Kampf gegen jede Form von Totalitarismus setzte sich Denis de Rougemont, der am 6. Dezember 1985 gestorben ist, für eine föderalistische Struktur auf der Basis der Regionen ein, was er selber als eine revolutionäre Idee bezeichnet hat.

Biografie

1906: Denis de Rougemont wird am 8. September 1906 in Couvet, im Kanton Neuenburg in der Schweiz, geboren.

1925-1930: Er studiert an der Universität Neuenburg (Faculté de Lettres) und schließt mit einem Lizentiat ab (Französisch, Deutsch Geschichte, Psychologie und Philosophie).

1930-1938: Er lässt sich in Paris nieder, wo er den Verlag "Je sers" leitet, der drei Jahre später schließen muss. 1932 nimmt er in Frankfurt an einem Treffen von junger revolutionärer europäischer Gruppen teil und beteiligt sich darauf an der Gründung von zwei personalistischen Gruppen und wird Mitherausgeber der Zeitschriften Esprit und Ordre Nouveau. 1934 veröffentlicht er Politique de la Personne (Das Politische der Person) und 1936 Penser avec les Mains (Mit den Händen denken). 1938 verfasst er eines seiner Hauptwerke: Die Liebe und das Abendland.

1939: Er wird in die Schweizer Armee eingezogen. Er gründet die Ligue du Gothard, eine Gruppe Widerstandskämpfer gegen den europäischen Faschismus, und er schreibt sein Manifest. Nach der Veröffentlichung eines kritischen Artikels in der Gazette de Lausanne wird er 1940 offiziell in die Vereinigten Staaten geschickt, um dort Vorträge zu halten.

1946: Denis de Rougemont veröffentlicht in New-York Über die Atombombe (Lettres sur la Bombe atomique) in Folge der Verwüstungen von Hiroshima und Nagasaki, die ihn zutiefst schockiert hatten. Im April kehrt er nach Europa zurück.

1947-1950: Im August hält er die Eröffnungsrede am ersten Kongress der Union der Europäischen Föderalisten in Montreux, an welchen 1948 der Kongress von Den Haag anschließen wird. 1950 nimmt er an Demonstrationen in Berlin teil, die zum Kongress für kulturelle Freiheit (Congrès pour la liberté de la Culture) führen, dem er 1952-1966 als Präsident vorstehen wird.

70-er Jahre: Er beteiligt sich an der Entwicklung der ökologischen Bewegung und wird Gründungsmitglied der Bellerive Foundation, einer Arbeitsgruppe über Entwicklungen der Industriewirtschaft und Verfasser von Pionierarbeiten über die Gefahren der Kernenergie.

6. Dezember 1985: Denis de Rougemont stirbt in Genf.

Bibliografische Auswahl

Einige wichtige Texte von Denis de Rougemont:

  • Verheerende Folgen des Erziehungswesens (Les Méfaits de l’Instruction publique, 1929)
  • Mit den Händen denken (Penser avec les mains, 1936)
  • Der Anteil des Teufels (La Part du diable, 1942/44)
  • Die Liebe und das Abendland (L’Amour et l’Occident, 1939, durchgesehene Ausgabe 1972)
  • Europa im Einsatz (L’Europe en jeu, 1948)
  • Die Zukunft ist unsere Sache (L’Avenir est notre affaire, 1977)

Zur Begleitung der Ausstellung (Verkauf in der Bibliothek):

Roger FAVRE. Qui a peur de Denis de Rougemont ? (Wer hat Angst vor Denis de Rougemont?)
Editions G d’Encre: Le Locle (Schweiz), 2006.

Mehr dazu

Fondation Denis de Rougemont

Denis de Rougemont auf Wikipedia (französisch)

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