BNU

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Agenda

Lika, Dorette, Hella, ... Frauen als Plakatkünstlerinnen im Elsass

Salle d'exposition de la BNU (2e étage)
6, place de la République
Entrée libre

Horaires d'ouverture :
Lundi : 14h-18h
Mardi - vendredi : 12h-18h
Fermé les samedis, dimanches, jours fériés et le 13 juillet

Visites guidées du lundi au jeudi sans réservation : Rendez-vous à 15 h en salle d'exposition.

Commissaires de l'exposition :
François Pétry, ancien conservateur en chef du patrimoine à la DRAC Alsace
Marie-Laure Ingelaere, bibliothécaire, responsable de l’iconographie à la BNU

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Lika, Dorette, Hella, ... Frauen als Plakatkünstlerinnen im Elsass

30/6/2009 - 20/9/2009

Inhalt der Ausstellung

In der umfangreichen ikonografischen Sammlung (Plakate, Zeichnungen, Grafiken usw.) der BNU finden sich Zeugnisse, welche die zentrale Rolle der Frauen in der Entwicklung der dekorativen Kunst und Werbung im 20. Jahrhundert im Elsass aufzeigen. Anhand dieser Ausstellung möchte die BNU ihre Kunst würdigen.

Einige dieser Künstlerinnen sind sehr bekannt: so zum Beispiel Lika Marowska oder Dorette Muller; die meisten jedoch sind weniger bekannt, beispielsweise Lisa Krugell oder Marguerite Jaggi-Forrer; und andere wiederum sind praktisch in Vergessenheit geraten oder völlig unbekannt: Mia Jacoby, Johanna Hipp, Hella-Arno oder Marie-Thérèse Supper... Heute gibt es nur sehr wenige Untersuchungen oder Studien zu ihren Werken und ihrem Einfluss auf die grafische Kunst im Elsass.

Wenn man die Biografien dieser Künstlerinnen untersucht, die von 1900 bis 1980 vor der Erfindung von computerunterstützten Techniken im Elsass tätig waren, stellt man fest, dass die meisten von ihnen Ausländerinnen waren oder im Ausland geboren wurden: Die Eltern von Lika Marowska sollen "alte Deutsche" sein; Marguerite Jaggi, wurde in Lettland als Tochter elsässischer Eltern geboren und erlernte ihr Handwerk im Baltikum; Mia Jacoby ist Deutsche; Hella-Arno (Hélène Spitzer) wurde bei Brünn/Brno im damaligen österreichisch-ungarischen Kaiserreich geboren. Daher kann man von einer bedeutenden Anteil  "europäischer Frauen" in der Plakatkunst des Elsass sprechen.

Dorette MullerDorette Muller

Gang durch die Ausstellung

Die Sammlung der Plakate und Werbemittel der BNU und ihre Bedeutung

Die BNU verfügt über ein vollständiges Archiv der Arbeit dieser Künstlerinnen. Das Archiv wurde durch den Ankauf der Sammlung Solveen (mehr als 600 Plakate, hauptsächlich aus den Jahren 1910 bis 1950) stark vergrößert. Die BNU hat übrigens zum Zeitpunkt der Auflösung der Agentur Hella-Arno fast deren ganzen Bestand aufgekauft. Das Hella-Arno-Archiv besteht aus ungefähr 2000 Stücken und umfasst eine große Zahl Plakate, vorbereitende Studien, Originalskizzen und Originalmodelle, Werbeanzeigen, Werbeverpackungen usw.

Die Ausstellungsobjekte stammen hauptsächlich aus dem Bildarchiv der BNU und in Ergänzung dazu aus Sammlungen öffentlicher Einrichtungen und einiger Privatpersonen. Damit wird die außergewöhnliche Rolle der Frauen auf beeindruckende Weise und vollständig dargestellt und die regionale Plakatkunst über einen Zeitraum von mehr als 80 Jahren präsentiert.

Les laines du chat qui peloteLes laines du chat qui pelote

Auswahl der Dokumente

Es werden Plakate, Originalmodelle, Werbeanzeigen, Fotografien, Werbegegenstände, Elemente von Originaldekor, Pop-Ups oder verschiedene, speziell von den Künstlerinnen geschaffene Objekte ausgestellt. Die Ausstellung zeigt zudem am Beispiel von Hella Arno, einer Mitarbeiterin der Dernières Nouvelles d'Alsace, die Rolle der Presse. Ebenfalls gezeigt werden einige  Werke, Gemälde und Porträts dieser Künstlerinnen. Die chronologisch konzipierte Ausstellung porträtiert drei Generationen von Frauen und beleuchtet einige zentrale Themen aus der Werbung (so z. B. Nahrungsmittelindustrie, Bierbrauereien, Bekleidung, Haushaltsmaschinen, Sport, Tourismus, Tanzfeste und Bälle usw.). Die regionale Kunst wird zudem mit den großen Ereignissen der  Geschichte der Plakatkunst in Zusammenhang gestellt, der Art nouveau, dem Aufkommen von Plakatkünstlern und der Dominanz der Werbefachleute. Zum Vergleich werden auch einige männliche Plakatkünstler vorgestellt.

Grand prixGrand prix

Kulturelle Veranstaltungen

Neben den Führungen, die hauptsächlich von den Kuratoren der Ausstellung durchgeführt werden, sind folgende Veranstaltungen zu beachten:

  • eine Präsentation-Diskussion mit Fachleuten aus Werbung und Grafik
  • eine Vorführung von Werbekurzfilmen aus den 50er und 60er Jahren (Nationales audiovisuelles Institut, INA Grand Est, spezialisierte Firmen aus Straßburg wie bspw. Thomsel usw.)
  • eine besondere Veranstaltung mit Personen aus dem Druckereiwesen (z.B. Espace Gutenberg usw.)
  • eine musikalische Veranstaltung über die wechselseitige Beeinflussung von Werbung und Chanson.

Le bal masquéLe bal masqué

Katalog

Der Ausstellungskatalog umfasst 166 Seiten und 180 Illustrationen. Er beinhaltet:

  • einen chronologischen Überblick über die Plakatkunst des 20. Jahrhunderts im Elsass (Strömungen, Ateliers, Drucker usw.) mit einem besonderen Blick auf die Künstlerinnen
  • einen Artikel über die Rolle dieser Künstler in der Tagespresse und eine Werkanalyse von Hella Arno in den Dernières Nouvelles d’Alsace
  • Informationen über die Ausbildung von Plakatkünstlern, ihre Informationsquellen (dokumentarische Künstlersammlungen) sowie die verwendeten Techniken
  • eine Kurzbiografie und eine kurze Präsentation über das grafische Werk der ausgestellten Künstler
  • einen Sonderteil mit den verschiedenen verwendeten Werbemitteln.
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