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Januar 2011: Das Erckmann-Chatrian-Archiv

Auch wenn Emile Erckmann und Alexandre Chatrian ursprünglich aus Lothringen stammen, betrifft ihr Werk größtenteils das Elsass, diese "liebenswerte Provinz", derer sich Erckmann besonders verbunden fühlte, da seine Mutter aus dem Krummen Elsass stammte.
Von ihren etwa hundert Romanen und Märchen spielen zahlreiche in den Vogesen, zwischen Donon und Niederbronn. Die BNU besitzt das Gesamtwerk von Erckmann und Chatrian, das Meiste davon in Originalausgaben oder von berühmten elsässischen Künstlern illustriert. Aus dem 19. Jahrhundert sind dies z. B. Persönlichkeiten wie Eugène-Théodore Gluck, Théophile Schuler, Gustave Adolphe Judnt oder Frédéric Lix. Aus dem 20. Jahrhundert sind Louis-Philippe Kamm und Robert Beltz zu erwähnen.

Emile Erckmann et Alexandre Chatrian: Photographie par Pierre Petit parue dans Paris-Théâtre, mai 1878, n°249 Paris : Lemercier, 1878Emile Erckmann et Alexandre Chatrian: Photographie par Pierre Petit parue dans Paris-Théâtre, mai 1878, n°249 Paris : Lemercier, 1878

Das Manuskriptarchiv ist besonders interessant wegen einer 1947 erfolgten Spende von Emile-Erckmann-Papieren aus dem Besitz von Professor Henri Weiss, der sich für das Leben, die Familie, das Werk des Autoren, sowie dessen Beziehung zu Chatrian interessierte. Diese Werke wurden in die Bestände der BNU unter der Signatur von MS.4993 bis MS.5049 aufgenommen.
Es handelt sich meist um Konvolute, die zahlreiche Briefe von Erckmann an Familienmitglieder, Schriftstücke über seine Finanz- und Besitzverhältnisse (wie beispielsweise über die Schreinerei in Grosshammerweyer, die Erckmann 1868 wegen damit verbundenen Kindheitserinnerungen gekauft hatte) oder Familienobjekte beinhalten, wie z. B. eine Brieftasche, die er immer bei sich trug. Es finden sich auch Manuskripte, die vor und nach der Trennung von Chatrian geschrieben wurden und die verschiedene Phasen seiner Inspiration beleuchten. Einen Eindruck vom Reichtum und dem Interesse der Sammlung geben schliesslich jene Dokumente, die ihre fortschreitende Entzweiung beleuchten, bis zum Prozess, den Erckmann 1890 gegen Le Figaro wegen Verleumdung führte.

Christophe Didier, Leiter der Sammlung

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