BNU

Die regionalen Bestände (Alsatica) sind seit der  Gründung der Bibliothek ein Hauptsammelgebiet und nehmen daher innerhalb der Sammlungen eine Vorrangstellung ein: Tatsächlich hat die BNU ihre Bestände in diesem Bereich systematisch erweitert, und sie strebte stets nach Vollständigkeit aller gedruckten und audiovisuellen Dokumente, die in engerem oder weiterem Zusammenhang mit der Region stehen.

Der Stürmer: Page de couverture de la revue littéraire Der Stürmer, publiée à Strasbourg en 1902  © BNU – JPRDer Stürmer: Page de couverture de la revue littéraire Der Stürmer, publiée à Strasbourg en 1902 © BNU – JPRAnfangs dienten die Erwerbungen zwei Zielen: die im deutsch-französischen Krieg von 1870 zerstörten Sammlungen wiederherzustellen sowie die laufende Sammlung zu erweitern. Die "Elsässische und Lothringische Abteilung" aus der Bibliothek des Straßburger Druckers und Buchhändlers Frédéric-Charles Heitz mit seinen 28 000 Dokumenten bildet den Hauptteil der regionalen Sammlung der BNU. Sowohl die Abgabe von Pflichtexemplaren aller im Elsass-Mosel gedruckten Publikationen als auch ein umfangreiches Erwerbungsbudget ermöglichten es, bis ins Jahr 1918 ein 50 000 Dokumente zählendes regionales Archiv aus Monografien und Periodika zusammenzustellen. Nach der Wiedereingliederung des Elsass in Frankreich wurde diese Sammeltätigkeit mit demselben Anspruch auf Vollständigkeit für die Departements Niederrhein (Bas-Rhin) und Oberrhein (Haut-Rhin) fortgesetzt.

Zu den Elsass-Sammlungen gehören bestimmte Spezialarchive von Privatpersonen, die oft als Schenkungen in den Bestand eingingen, wie z. B. das Archiv der Familie de Turckheim, die Albert Schweitzer-Bibliothek sowie Manuskripte und Korrespondenz elsässischer Schriftsteller, wie z. B. Emile Erckmann, Nathan Katz oder der zeitgenößische Schriftsteller Claude Vigée. Die Sammlung des Autorenverbandes Elsass-Lothringen (Société des écrivains d'Alsace et de Lorraine) umfasst Bücher von Künstlern, Publikationen der Verbandsmitglieder sowie ein umfangreiches Pressearchiv. Diese oft schwer zu lokalisierenden Kulturgüter wurden auf Mikrofilm gespeichert, um eine sichere Aufbewahrung zu gewährleisten und die über 1 000 Dokumente dem Publikum zugänglich zu machen.

 

Laufende Erwerbungen

Jean Geiler: Portrait de Jean Geiler par Heinrich Pfenninger. 1850. © BNU – JPRJean Geiler: Portrait de Jean Geiler par Heinrich Pfenninger. 1850. © BNU – JPRDas regionale Archiv umfasst zur Zeit 130 000 Monografien und 2500 Zeitschriften und 35 000 Stiche (diese sind teilweise in digitalisierter Form in der BNU zu konsultieren). Die Erwerbungen umfassen ebenfalls Multimedia-Dokumente über das Elsass sowie Landkarten und Stadtpläne. Durch die Abgabe von Pflichtexemplaren der im Elsass gedruckten Dokumente gelangen Plakate, Ansichtskarten, Broschüren usw. in die Spezialbestände, die hauptsächlich von regionalem Interesse sind. 

Ein zentraler Beitrag der BNU zur Pflege der Alsatica und zur Forschung über das Elsass besteht in der Datenerfassung der "Elsässischen Bibliografie" (Bibliographie alsacienne). Diese Bibliografie, deren Anfänge ins Jahr 1918 zurückreichen, wird von der Philologischen Fakultät (bis 1936), dem Oberrhein-Archiv (bis 1964) und seit 1965 von der BNU ständig erweitert und dient den Forschern zur Auffindung schwer zugänglicher Fachliteratur. Sie beruht auf der Auswertung von ungefähr 400 Zeitschrifen und dem gegenseitigen Austausch mit anderen Bibliotheken, wodurch die Vollständigkeit der Bibliografie garantiert wird. Die Elsässische Bibliografie kann für den Zeitraum von 1983 bis heute im Internet abgefragt werden.

 Zur Elsässischen Bibliografie

Die regionale Dokumentation umfasst auch Erwerbungen von Kulturgütern, Archiven von Privatpersonen sowie ikonografische Sammlungen.

Entdecken Sie das Portal Alsatica (Wissensportal des Elsass)

Fachreferent
Jérôme Schweitzer
03 88 25 28 44
Jerome.Schweitzer@bnu.fr

 

Nützliche Links

Bibliotheken

    Elsässische Bibliothek des Crédit Mutuel (Bibliothèque Alsatique du Crédit Mutuel)
  
   Humanistische Bibliothek Schlettstadt (Bibliotheque humaniste de Selestat)
  
    Stadtbibliothek Colmar (Bibliothèque municipale de Colmar)

    Stadtbibliothek Mühlhausen (Bibliotheque municipale de Mulhouse)

    Einrichtungen

    Archiv des «Wissenschaftlichen Instituts der Elsass-Lothringer im Reich»

    Erwin-von-Steinbach Stiftung e. V.

    Institut der Geschichte des Elsass der Universität Straßburg (Institut d'histoire d'Alsace de l'université de Strasbourg)

    Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass

    Autorenverband des Elsass und Lothringens (Sociétés des écrivains d'Alsace-Lorraine)
   
    Internetportale und Projekte

    Wissensportale des Elsass (Portails des savoirs en Alsace)

    Historischer Online-Atlas des Elsass (Atlas historique d'Alsace en ligne)

    Alsace Culture


Affiche: Le château du Haut-Koenigsbourg. Chemins de fer d'Alsace et de Lorraine. Affiche de Commarmond. © BNU – JPRAffiche: Le château du Haut-Koenigsbourg. Chemins de fer d'Alsace et de Lorraine. Affiche de Commarmond. © BNU – JPR


Claude Vigée

" Das Wichtigste in  jedem vollendeten Gedicht ist der geheime Pulsschlag, zugleich verborgen und doch offenbar. Ich finde in ihm auch das Orakel des Mandelbaumes von Jerusalem wieder, der im Winter, am Ende des Januars, erblüht. Da er mitten im Schnee in Blüte steht, kann man ihn nicht klar erkennen. Es ist ein Schnee-Mandelbaum  [...] "

Claude Vigée, Der gefrorene Mandelbaum (L'amandier sous le gel)

Claude VigéeClaude Vigée

Die Sammlung der Familie Turckheim

Das Archiv der Familie de Turckheim ist eine Schenkung, die 1998 durch Francis de Turckheim in die Bibliothek gelangte. Die Sammlung umfasst das Familienarchiv, Dokumente aus Verwaltung und Berufsleben verschiedener Familienmitglieder seit dem 16. Jahrhundert sowie von verwandten Familien oder Persönlichkeiten, die mit der Familie de Turckheim in Verbindung standen: Dazu zählen die Familien Hennenberg, Brunck, Schoenemann sowie De Dietrich. Das Archiv besteht aus über 29 000 Archivalien sowie 307 Druckwerken in Buchform.

Nathan Katz

« Ich wollte beweisen, dass es durchaus möglich ist, in unserem Dialekt, diesem alten, urtümlichen Dialekt, Begriffe einer berührenden Poesie zu finden, welche die Gefühle einer edlen Seele ausdrücken. »
           
Nathan Katz

Nathan KatzNathan Katz

Bibliothek Albert Schweitzer

"Ich hänge sehr an der Universitätsbibliothek von Straßburg. Hier habe ich meine Studie über die Geschichte der Leben-Jesu-Forschung verfasst. Nirgendwo anders hätte ich so vollständige Unterlagen finden können, wie in dieser Bibliothek ... Ich verdanke dieser Universitätsbibliothek sehr viel. Die Erinnerungen an die langen Tage, die ich mit Stöbern in den Regalen verbracht habe, gehören zu meinen schönsten Erinnerungen. Dies war in den Jahren zwischen 1905 und 1911. " Albert Schweitzer

 
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