BNU

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute hat die Bedeutung Straßburgs als europäische Hauptstadt zugenommen. Zwei Hauptereignisse:

1949: Der Europarat und die damit verbundenen Institutionen nehmen ihren Sitz in Straßburg

1992: Bestätigung Straßburgs als Sitz des Europäischen Parlaments

  Die Universität Straßburg hat sich sehr schnell diesem europäischen Umfeld angepasst: 1953 wurde das "Institut des hautes études européennes" (I.H.E.E.) und 1963 das "Centre d'études internationales et européennes" (C.E.I.E.) gegründet. Damit war der Anstoss gegeben, und es wurde eine Vielzahl von Lehrgängen und Diplomen im Bereich der europäischen Studien, insbesondere Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Verwaltung und Wirtschaftswissenschaft, geschaffen.

Aufgrund dieser institutionellen und universitären Dynamik hat sich die BNU 1992 entschlossen, ein Exzellenz-Fachgebiet Europa zu gründen.

Dabei werden zwei Ziele angestrebt: An einem einzigen Ort sollen Sammlungen für Wissenschaft und Forschung zusammengefasst werden, sowohl für ein akademisches Publikum aus Studierenden und Professoren als auch für ein allgemeineres Publikum.

74 Affiche pour le dixième anniversaire du Conseil de l'Europe à Strasbourg, 1949-1959

Laufende Erwerbungen

Mit einem jährlichen Zuwachs von etwa 1 000 Büchern und 150 Zeitschriftenabonnements umfasst dieses Spezialgebiet heute 15 000 Werke aus folgenden Fachgebieten:

  • Geschichte Europas und der europäischen Länder nach 1945

  • Europäische Institutionen, politische Vereinigung (Verträge, Verfassung) und Erweiterung

  • Sicherheit der Grenzen (Schengen-Raum) und Verteidigung (Eurokorps)

  • Europarecht und vergleichende Rechtswissenschaft

  • Europäische Wirtschaft und Währung

  • Soziales Europa (Lebensstandard, Freizeit, Gesundheit...)

  • Europa und die Jugend, Ausbildung, Schul- und Universitätssystem

  • Zukunftsfragen: Umwelt, Energie usw.

Neben diesen Themen kann das Exzellenz-Fachgebiet Europa auch auf Bestände aus der Gründungszeit der BNU 1871 zurückgreifen, in denen das Thema der europäischen Kulturgeschichte sehr gut vertreten ist. Diese Ausrichtung wurde von der BNU stets fortgeführt, denn auch heute noch unterstützen die Erwerbungen in den Bereichen Philosophie, Religionswissenschaft, Sprache, Literatur und Kunst durch die Vielfalt der einzelnen Disziplinen die Erweiterung und Vervollständigung der Bestände dieser Abteilung.

 

Depositum der Bibliothek des Europarates (2007)

Das Depositum der BIbliothek des Europarates krönt die zehnjährige Partnerschaft zwischen dem Europarat und der BNU. Es ist jedoch vor allem ein Vertrauensbeweis dieser prestigeträchtigen Institution, die darauf vertraut, dass die BNU die Konservierung und Pflege der Sammlung gewährleistet und sie dem Publikum zugänglich macht.

Im Jahr 2009 sind weitere wichtige Sammlungen der BNU übergeben worden: zu politischen Fragen der Gründung und Erweiterung der Europäischen Union, zu den internationalen Beziehungen, zur Geschichte des Parlaments, zu Diplomatie, Erziehung und Umwelt.

Damit bestätigt die BNU ihre unbestreitbare europäische Ausrichtung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.

Fachreferentin
Béatrice Normand
03 88 25 28 25
Beatrice.Normand@bnu.fr

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