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Die Sammlung von Arthur de Gobineau

Die Sammlung Gobineau wurde von der Bibliothek im Jahre 1903 erworben, als diese zum Verkauf angeboten wurde. Das literarische Werk Arthur de Gobineaus (1816-1882), einige seiner Möbel, seine orientalistische Sammlung und weitere Kunstwerke wurden der Kaiserlichen Universitätsbibliothek Straßburg durch einen Professor in Freiburg im Breisgau empfohlen: Ludwig Schemann, der seit 1889 Verantwortlicher der Vereinigung Gobineau war. Julius Euting führte die Verhandlungen dieser Erwerbung, deren Preis bei 20 000 Mark lag und zur Hälfte von der Fondation Saint-Thomas finanziert wurde.
Die Sammlung besteht aus literarischen Manuskripten Gobineaus, des Verfassers des "Essay über die Ungleichheit der Menschenrassen" (Essai sur l'inégalité des races humaines) sowie aus zahlreichen, weniger kontroversen poetischen Werken; darüber hinaus Bücher aus seinem Besitz, Originalskulpturen, Gemälde und Gravuren aus seinem Besitz, seine Sammlung an persönlichen Objekten und Erinnerungsstücken, häufig orientalischer Herkunft sowie ein Teil seiner Möbel.
Zu verschiedenen Anlässen wurde dieses Ensemble in einem ihm gewidmeten Zimmer ausgestellt. Die veränderte Ausrichtung der BNU hat es seit rund fünfzig Jahren verunmöglicht, dass diese Ausstellung weiter gezeigt werden kann. Die Vereinnahmung seines schriftstellerischen und diplomatischen Werks durch den Pangermanismus und anschließend durch den Nationalsozialismus hat seinen Ruf beschädigt. Diese eigenwillige Persönlichkeit bleibt dennoch eine wichtige Gestalt in der europäischen Mentalitätsgeschichte. Aus diesem Grund und wegen seines Interesses für den Orientalismus hat seine Sammlung weiterhin  ihren Platz in der BNU.

Mehr dazu

Schemann, Ludwig. Die Gobineau-Sammlung der Kaiserlichen Universitäts- und Landesbibliothek zu Strassburg. Strasbourg, 1907.

Sonata Appasionata. Statue en marbre sculptée par Arthur de Gobineau et faisant partie du fonds acquis par la bibliothèque auprè: © BNU – JPRSonata Appasionata. Statue en marbre sculptée par Arthur de Gobineau et faisant partie du fonds acquis par la bibliothèque auprè: © BNU – JPR

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