BNU

Die BNU besitzt eine Manuskriptsammlung von etwa 6900 Dokumenten, die nach dem verheerenden Bibliotheksbrand von 1870, bei dem eines der berühmtesten elsässischen Manuskripte, der Hortus deliciarum, der von Herrad von Landsberg vernichtet wurde, wieder aufgebaut wurde. Dieser Verlust kann natürlich nicht rückgängig gemacht werden. Immerhin führte er zu einer beeindruckenden Spende von Manuskripten aus  verschiedenen Einrichtungen an die Straßburger Bibliothek, die damit einige Prachtstücke ihrer wertvollen Sammlungen erhielt. Bestimmte Manuskripte sind von großer Berühmtheit, wie z. B. das Exemplar der Autobiografie des Mystikers und Mönchs Heinrich Seuse (frz. Henri Suso) aus dem 14. Jahrhundert oder das Faksimile des Hortus deliciarum, das vor dem Bibliotheksbrand von mehreren Gelehrten erstellt wurde und einen Eindruck vom verlorenen Manuskript gibt. Etwa 700 Manuskripte stammen aus dem Mittelalter.
 

 

Die neueren Manuskripte dieser Sammlung zeugen vom Fortbestehen der rheinischen Kultur: Schriftstücke von Straßburger Wissenschaftlern und Dichtern.

Der  Manuskriptkatalog kann online über die Datenbank Calames abgefragt werden. Er wird fortlaufend durch Neuerwerbungen ergänzt, die aus dem Budget der BNU und  von Subventionen der öffentlichen Hand sowie von privaten Spenden oder Deposita finanziert werden. Die Benützung der Originale hängt davon ab, ob ein Datenträger vorhanden ist oder nicht (Mikrofilm, Digitalisierung).

Es finden sich noch weitere Manuskripte in den Sammlungen der BNU: so im Franziskaner-Archiv oder im Archiv der Familie de Turckheim, das in der BNU deponiert ist, mit insgesamt 29 000 Manuskripten.

Für die Manuskripte bestehen zahlreiche Digitalisierungsprojekte:

DIe BNU besitzt auch Manuskripte zeitgenössischer Autoren wie dem Dichter Claude Vigée oder dem Theologen Gabriel Vahanian.

Die Manuskripte wurden anfänglich nach sprachlichen Kriterien klassifiziert (lateinische, deutsche, französische, hebräische, arabische oder persische Manuskripte usw.). Es wurde eine besondere Gruppe für Manuskripte über bzw. von Elsässern geschaffen. Diese sind auf der Internetseite von Calames zu finden.

Die Manuskripte der Sammlungen wurden auf unterschiedlichste Materialien geschrieben. Sie zeugen so von der Vielfalt der Schreibkunst durch die Jahrhunderte und über alle Grenzen hinweg.

Enluminure d'une page de la Cité de Dieu, de saint Augustin, volume 2, folio 3 verso: La construction de Babylone © BNU – JPREnluminure d'une page de la Cité de Dieu, de saint Augustin, volume 2, folio 3 verso: La construction de Babylone © BNU – JPR


Fachverantwortlicher für die Reserve
Daniel Bornemann
03 88 25 28 20
Daniel.Bornemann@bnu.fr



Mehr dazu

 

Bibliothèque nationale et universitaire. Manuscrits Czarnowsky concernant l'Alsace. Strasbourg, 1983.

Hoghoughi, Askar. Catalogue critique des manuscrits persans. Strasbourg, 1964.

Kussaibi, Nazih. Catalogue critique des manuscrits arabes de la Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg. Avec un aperçu de ses autres collections arabes. Safat, 1985.

Marichal, Robert ; Samaran, Charles. Catalogue des manuscrits en écriture latine portant des indications de date, de lieu ou de copiste... Paris, 1965.

Tripâthî, Chandrabhāl. Catalogue of the jaina manuscripts at Strasbourg. Leiden, 1975.

Weltz, Carolus. Descriptio codicum graecorum. Strasbourg, 1913.

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